Adolf Galland & Luftwaffe in WK2
Anmerkung des Autors: Ich distanziere mich ausdrücklich von extremistischem Gedankengut. Die verwendeten Bilder mit verfassungsfeindlichen Symbolen dienen der Visualisierung historischer Ereignisse und veranschaulichen die Bildsprache einer mörderischen Diktatur, die insgesamt etwa 50 Millionen Menschen den Tod brachte.
Adolf Josef Ferdinand Galland war ein deutscher Jagdflieger im Spanischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg. Als überhaupt erster Soldat erreichte er mit dem Eichenlaub die zweite Stufe des Ritterkreuzes.
Dabei war Adolf Galland bereits seit einem Absturz im Jahr 1935 fluguntauglich. Glassplitter verletzten bei dem Unfall seine Augen und schädigten dauerhaft die Sehkraft.
Dennoch erzielte Adolf Galland im Laufe des Zweiten Weltkrieges insgesamt 104 anerkannte Abschüsse. Den größten Teil seiner Einsätze flog er beim Angriff auf Frankreich, über dem Kanal und bei der Luftschlacht um England.
Am 22. November 1941 wurde Adolf Galland dann zum „General der Jagdflieger“ ernannt. Damit hatte er sehr großen Einfluss auf die weitere Ausbildung und Taktik.
Mehr als drei Jahre lang führte er fortwährende Konflikte mit Hermann Göring in dessen Funktion als Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Diese gipfelten schließlich in der „Meuterei der Jagdflieger“ und seiner Entlassung aus dem Oberkommando.
Nach dem Krieg war Adolf Galland zwei Jahre in amerikanischer Gefangenschaft. Dann unterstützte er den argentinischen Präsidenten Juan Perón beim Aufbau einer Luftwaffe. 1953 veröffentlichte er seine Autobiografie mit dem Titel: „Die Ersten und die Letzten“.
Das Amt Blank wünschte sich Adolf Galland schließlich als ersten Inspekteur der bundesdeutschen Luftwaffe. Der amerikanische Oberbefehlshaber in Europa untersagte dies aufgrund „starker neonazistischer Tendenzen“.
Außerdem war er für den Posten nicht qualifiziert. Trotz seines schwungvollen Titels als General der Jagdflieger hatte Adolf Galland fast keine operative Erfahrung oberhalb der Geschwaderebene. Den Job in der Bundeswehr bekam Josef Kammhuber. Der hatte als kommandierender General ein Fliegerkorps geführt.
Ein weiterer Kritikpunkt war seine Darstellung der Bombardierung von Guernica. Adolf Galland war nicht beteiligt, aber sprach in seiner Autobiografie von einem fehlgeschlagenen Angriff auf eine Brücke. Das war ein Scheinargument, weil die deutsche Angriffsformation nicht auf eine gezielte, sondern eben auf großflächige Bombardierung ausgelegt war.
Legion Condor & Spanischer Bürgerkrieg
Ausbildung & Fluguntauglichkeit
Adolf Galland bewarb sich 1932 bei einer Verkehrsfliegerschule in der Nähe von Braunschweig. Das war eine der geheimen Trainingsstätten der damals noch verbotenen Luftwaffe.
1933 wurde Adolf Galland in Italien zum Jagdpiloten ausgebildet. Im darauf folgenden Jahr trat er einem Regiment der Infanterie bei und wurde nach dem Besuch einer Kriegsschule zum Leutnant befördert.
Die deutsche Luftwaffe wurde von den Nazis dann zum 01. März 1935 offiziell gegründet. Adolf Galland kam in das Jagdgeschwader „Richthofen“.
Im Oktober 1935 stürzte er bei einem Training ab. Seine Nase blieb danach zeitlebens deformiert. Aber vor allem schädigten Glassplitter beim Crash dauerhaft seine Sehkraft. Der Truppenarzt erklärte Adolf Galland daraufhin für fluguntauglich. Aber ein Vorgesetzter hielt das Gutachten zurück. Die Karriere des talentierten Piloten konnte weitergehen.
Im Rahmen der Legion Condor übernahm er dann als Oberleutnant eine Staffel. Adolf Galland war für 15 Monate in Spanien und kämpfte dort zu Gunsten von Francisco Franco.
Zur Staffel von Adolf Galland gehörte schließlich auch Werner Mölders. Der übernahm dann den Posten als Staffelkapitän und hatte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der deutschen Luftwaffe.
Entwicklung der Schwarm-Formation
Die frühen V-Formationen von Jagdflugzeugen waren sehr starr und hatten deshalb große Schwächen. Bereits durch die Kombination von unterschiedlichen Typen sank die Effektivität.
Aber vor allem die Richtungswechsel bremsten eine Formation aus. Beim Kurvenflug mussten die Jäger auf der inneren Bahn das Tempo drosseln, um den längeren Flugweg auf der Außenbahn auszugleichen.
Die Legion Condor erprobte dann erstmals im Kampf mit dem Vierfingerschwarm eine ganz neue Formation. Die Taktik kam ursprünglich im Jahr 1934 in der finnischen Luftwaffe auf. Der große Vorteil war, dass man im vollen Tempo in eine neue Richtung steuern konnte, ohne die Formation aufzubrechen.
Ab 1936 brachte der ebenfalls sehr bekannte Jagdpilot Günther Lützow die Schwarm-Formation bei der Legion Condor ein. Werner Mölders entwickelte die Taktik dann immer weiter und wurde schließlich selbst der erfolgreichste Jagdpilot im Spanischen Bürgerkrieg.
Adolf Galland im Zweiten Weltkrieg
Henschel Hs 123 über Polen
Bedeutung der Schlachtflieger
Adolf Galland kommandierte zu Beginn des Weltkriegs eine Staffel des Lehrgeschwaders 2. Die Einheit flog mit der Henschel Hs 123 einen Doppeldecker. Das war ein einfaches, aber sehr robustes Kampfflugzeug.
Ursprünglich war die Henschel Hs 123 als Jäger konzipiert, wurde von der Messerschmitt Bf 109 jedoch technisch bereits im Spanischen Bürgerkrieg überholt. Beim Überfall auf Polen wurde das Modell als leichter Sturzkampfbomber für den Erdkampf eingesetzt.
Solche „Schlachtflieger“ hatten eine große Bedeutung für das Gefecht der verbundenen Waffen. Im Gegensatz zur Infanterie konnten sie das hohe Tempo der deutschen Panzerverbände mithalten.
„Man schlägt jemanden mit der Faust und nicht mit gespreizten Fingern.“ (Heinz Guderian)
Adolf Galland und seine Staffel gehörten dann beim Überfall auf Polen zur Heeresgruppe Süd unter dem Befehl des Gerd von Rundstedt. Die sollten mit schnellen Angriffen große Teile des polnischen Heeres schon westlich der Weichsel einschließen.
Angriff der Heeresgruppe Süd
Die Staffel von Adolf Galland gehörte innerhalb der Heeresgruppe Süd zur 10. Armee unter dem Befehl von Walter von Reichenau. Am 01. September 1939 flog Galland allerdings einen ganz leichten „Fieseler Storch“ zur Aufklärung und wurde fast abgeschossen.
Ab dem nächsten Tag unterstützte die Staffel von Adolf Galland die 1. Panzerdivision beim Vorstoß zum Fluss Warthe. Außerdem flog er viele Angriffe bei Krakau, Radom und Lwiw. Sie kämpften auch in der Schlacht an der Bzura, die als entscheidend für den Feldzug galt.
Die Heeresgruppe Süd war dabei insgesamt sehr erfolgreich, aber nicht erfolgreich genug. Die zügige Eroberung von Warschau scheiterte.
Von Rundstedt ließ die Stadt deshalb ab dem 09. September 1939 für knapp drei Wochen mit Artillerie und von der Luftwaffe bombardieren. Dabei starben 26.000 Zivilisten.
Adolf Galland erlebte in diesen Tagen Adolf Hitler persönlich. Der besuchte am 11. September 1939 das Luftgeschwader 2 und man aß zusammen Mittag.
Der insgesamt sehr schnelle Sieg des Dritten Reiches über Polen wurde allerdings vor allem von der Heeresgruppe Nord erkämpft. Dieser Verband unter Fedor von Bock hatte innerhalb weniger Tage seine Hauptschlacht in der Tucheler Heide gewonnen und war dann von Norden bis runter nach Brest-Litowsk vorgedrungen.
Adolf Galland wurde dann am 01. Oktober zum Hauptmann befördert. Er wollte jedoch kein Schlachtflieger sein und wurde zum 10. Februar 1940 in das Jagdgeschwader 27 versetzt.
Westfeldzug & Schlacht von Dünkirchen
Me 109 vs. Hawker Hurricane
Beim Jagdgeschwader 27 traf Adolf Galland wieder auf Werner Mölders. Der war zu diesem Zeitpunkt der Kommodore des Jg 53.
Die beiden Piloten entwickelten eine enge Freundschaft. Sie tauschten vor allem auch ihre Erfahrungen und Taktiken miteinander aus. Darüber hinaus hatte Adolf Galland die Möglichkeit, sich mit der Me 109 vertraut zu machen.
In Vorbereitung für den Angriff auf Frankreich übte die Einheit von Adolf Galland zusammen mit Fallschirmjägern bei Braunschweig. Das Jagdgeschwader 27 war dann ab dem 10. Mai 1940 über Belgien im Einsatz.
Zwei Tage später schoss Adolf Galland seine erste Hawker Hurricane in 4.000 Metern über Liège ab:
„Mein erster Abschuss war ein Kinderspiel. Eine ausgezeichnete Waffe und das Glück waren auf meiner Seite. Um erfolgreich zu sein, braucht der beste Kampfpilot beides.“
Am 22. Mai verbuchte Adolf Galland schon seinen siebten Abschuss. Er hatte sechs britische Hawker Hurricane und eine französische Morane-Saulnier auf dem Kerbholz. Dafür erhielt er das Ritterkreuz.
Schlacht von Dünkirchen
Nach dem Sieg über Belgien wurde das Jagdgeschwader 27 näher an die Front verlegt. In der Schlacht von Dünkirchen traf Adolf Galland erstmals auf eine britische Spitfire und war sehr beeindruckt – von den Flugzeugen wie auch von den Piloten.
Über Dünkirchen war die deutsche Luftwaffe erstmals mit erheblicher Gegenwehr konfrontiert. Die westlichen Alliierten verloren bei den Rückzugsgefechten insgesamt 177 Flugzeuge.
Das waren zwar weniger als die 132 abgeschossenen deutschen Flugzeuge. Aber das entsprach dennoch bereits etwa einem Viertel aller Verluste der Luftwaffe im Zuge des Überfalls auf Polen.
Adolf Galland bemerkte im Nachgang, dass die Luftkämpfe über den Stränden von Dünkirchen den Deutschen eine Warnung hätten sein müssen. Mit Hermann Göring hatte die Luftwaffe jedoch einen inkompetenten, aber dafür umso selbst gefälligeren Oberbefehlshaber.
Die Erfahrungen aus dem Westfeldzug führten deshalb zu keinen entscheidenden Entwicklungen bei der deutschen Luftwaffe. Während Göring französische Kulturgüter raubte, bereiteten sich die Briten unter Air Marschall Hugh Dowding intensiv auf die anstehende Luftschlacht um England vor.
Kanalkampf & Luftschlacht um England
Beaverbrook & Dowding
Die Luftschlacht um England begann in einem fließenden Übergang aus dem Westfeldzug. Den englischen Begriff „Battle of Britain“ prägte Winston Churchill am 18. Juni 1940 in einer Rede vor dem Unterhaus:
„What General Weygand called the Battle of France is over. I expect that the Battle of Britain is about to begin. Upon this battle depends the survival of Christian civilization. Upon it depends our own British life, and the long continuity of our institutions and our Empire. The whole fury and might of the enemy must very soon be turned on us. Hitler knows that he will have to break us in this Island or lose the war.“
Die strategischen Weichen waren zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt. Der in der Regierung zuständige Minister Lord Beaverbrook hatte gegen viele Widerstände einen größtmöglichen Fokus auf die Produktion von Jagdflugzeugen durchgesetzt.
Air Chief Marschall Sir Hugh Dowding hatte ein hocheffizientes System zur Aufklärung entwickelt. Dies bestand aus zwei Ketten von Radarstationen für Fern- und Nahortung. Darüber hinaus waren zahllose Beobachter des Luftraums vor allem im Süden von England positioniert.
Die Informationen wurde in einem Kontrollraum fast in Echtzeit gebündelt und dort auf einer Karte abgebildet. Die Royal Air Force verteidigte dann konzertiert und sehr defensiv.
Die deutschen Luftflotten agierten dagegen meist ohne Absprachen. Außerdem hatten sie als Angreifer den Nachteil der lange Anflugzeiten.
Die britischen Kampfpiloten hingegen stiegen meist nur auf, um konkrete Angriffe gezielt abzuwehren. Sie verzichteten fast gänzlich auf Patrouillen. Die RAF arbeitete dadurch insgesamt sehr viel effizienter und wurde darüber hinaus von zahllosen Zivilisten unterstützt. Neben den Luftbeobachtern spielten vor allem Mechaniker eine große Rolle, die beispielsweise in Autowerkstätten dann Jagdflugzeuge reparierten.
Adolf Galland – der „Kanaljäger“
Adolf Galland hatte im Juni 1940 das Kommando über die dritte Gruppe des Jagdgeschwaders 26 erhalten. Dazu gehörten die siebte, achte und neunte Staffel mit anfangs insgesamt 39 Jägern.
Am 19. Juli 1940 wurde er zum Major befördert und mit seiner Einheit bei Calais direkt in der Nähe des Ärmelkanals stationiert. Sie gehörten dabei zur Luftflotte 2 unter Albert Kesselring.
Wie Adolf Galland selbst berichtete, lieferten sie sich vor allem mit den britischen Spitfires harte Duelle. Ein großer Vorteil der Verteidiger war die geringe Reichweite der deutschen Jäger.
Beispielsweise legten sich am 24. Juli 1940 ein Dutzend Spitfires mit 40 deutschen Me 109 an. Dank ihrer Wendigkeit auf sehr engem Raum, konnten sie die Treibstoffreserven der Deutschen erschöpfen und so die mehr als dreifache Übermacht zum Rückzug zwingen.
Im Verlauf des Juli 1940 verloren die Deutschen mit etwa 300 Jägern insgesamt fast doppelt so viele Flugzeuge wie die Briten.
Battle of Britain Day
Am 15. September 1940 startete die Luftflotte 2 einen Großangriff mit insgesamt 1.120 Flugzeugen. Sie wollten die RAF mit einer Attacke auf London in eine Entscheidungsschlacht zwingen.
Das Fighter Command nahm die Herausforderung an. Im angloamerikanischen Raum wurde der Tag als „Battle of Britain Day“ bekannt.
Die Zahl der Jäger war mit 620 auf deutscher Seite und 630 auf britischer Seite nämlich praktisch ausgeglichen. Außerdem verhinderte an diesem Tag eine Wolkendecke die Konzentration der angreifenden Staffeln.
Die Deutschen wurden darüber hinaus bereits gegen 13:00 Uhr schon über Frankreich vom Radar erfasst. Das Jagdgeschwader 26 von Adolf Galland traf dann über dem Romney Marschland im Südosten von England erstmals auf verteidigende Squadrons.
Die deutschen Jäger hatten jedoch strengen Befehl, den Bombern eine „enge Eskorte“ zu bieten. Adolf Galland und das Jg 26 wurden deshalb wiederholt angegriffen, durften aber nicht zurückschlagen.
Sie mussten Verluste hinnehmen, aber konnten nicht die Leistung der Messerschmitt zur Verfolgung ausspielen. Adolf Galland selbst verzeichnete an dem Tag seinen 33. Abschuss.
Der Großangriff der Luftflotte 2 am 15. September 1940 war aber ein Fehlschlag. Die Deutschen hatten deutlich höhere Verluste. Die RAF wurde nicht nachhaltig geschwächt und auch die Schäden in London blieben weit hinter den Hoffnungen der Nazis zurück.
Erste Konflikte mit Göring
Adolf Galland erhielt am 23. September 1940 für seinen 40. Abschuss das Eichenlaub als Upgrade zu seinem Ritterkreuz. Als dritter Soldat der Wehrmacht erreichte er diese Stufe. Adolf Hitler verlieh den Orden zwei Tage später persönlich in Berlin.
Bei der persönlichen Audienz berichtete Adolf Galland von den Stärken der RAF und auch über die nachlassende Kampfmoral in der Luftwaffe. Hitler äußerte daraufhin Bedauern über den Krieg gegen die „Angelsachsen“. Auf dessen Vorhaben hatte dies jedoch keinen Einfluss.
Ein weiteres großes Problem für die Luftwaffe war außerdem Hermann Göring. Der berücksichtigte bei seinen Vorgaben weder Technik noch Taktik. Er wollte England mit Bombern in die Knie zwingen und verdammte die Jäger zur Eskorte.
Auch Werner Mölders vom Jagdgeschwader 53 argumentierte vehement gegen den starren Begleitschutz für Bomber: Das niedrige Tempo und die geringe Flughöhe dieser Maschinen hob die Stärken der Messerschmitt auf.
Im Oktober 1940 waren die Nazis praktisch schon gescheitert. Die Luftüberlegenheit über England und damit eine Invasion lagen außer Reichweite.
Kämpfe im Jahr 1941
Im März 1941 hielt Hermann Göring eine große Ansprache vor Angehörigen der Luftwaffe. Darin schilderte er ihnen Details eines neuen Angriffsplans auf England.
Adolf Galland und Werner Mölders wurden von Göring jedoch bereits vertraulich über den geplanten Überfall auf die Sowjetunion informiert. Das Jagdgeschwader 26 blieb aber weiterhin an der „Kanalfront“.
Im April 1941 gab es dann eine Geburtstagsfeier für Theo Osterkamp. Der war bereits an der Seite des Manfred von Richthofen geflogen und war inzwischen ein Generalleutnant der Luftwaffe.
Der Anlass wurde für schöne Fotos genutzt. Adolf Galland hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Marke von 60 Abschüssen passiert. Die militärische Lage des Dritten Reiches war aber schon vermurkst.
Schwerter zum Eichenlaub
Die deutsche Luftwaffe bekam in der ersten Hälfte von 1941 keine Chance zur substantiellen Auffrischung. Göring ließ die Geschwader und vor allem auch neue Flugzeug weiterhin gegen die RAF anrennen.
An einen Erfolg glaubte der Reichsmarschall selber nicht. Adolf Galland erwies sich trotz der widrigen Umstände als ein sehr talentierter Anführer.
Er setzte auf intensive taktische Schulungen und das zeigte auch Erfolge. Das Jagdgeschwader 26 brachte zahlreiche „Asse“ hervor. So bezeichnete man Piloten, die einen bestimmten Grenzwert an Luftsiegen erreicht hatten.
Alle Ordensstufen des Ritterkreuzes (Übersicht)
Doch die deutsche Luftwaffe nutzte sich immer weiter ab. Adolf Galland wurde am 21. Juni 1941 sogar zweimal abgeschossen. Morgens überlebte er eine anschließende Bruchlandung, nachmittags konnte er sich per Fallschirm retten.
Abends lag er dann im Krankenhaus. Sein alter Vorgesetzter Theo Osterkamp besuchte ihn persönlich und informierte ihn über die Verleihung einer weiteren Rangstufe des Ritterkreuzes.
Adolf Galland erhielt als erster Soldat des Dritten Reiches überhaupt die Schwerter zum Eichenlaub verliehen. Mölders erhielt die Ordensstufe am folgenden Tag ebenfalls. Auch die nächsten beiden Verleihungen gingen an die Luftwaffe.
Erst dann kam mit Otto Kretschmer ein U-Bootfahrer. Die Jagdpiloten blieben jedoch klare Favoriten. Von den ersten 20 Verleihungen dieser Stufe gingen 16 an die Luftwaffe, drei an die Marine und eine an Erwin Rommel als einzigem Vertreter des Heeres.
Ernennung zum General der Jagdflieger
Zum 07. August 1941 wurde der bisherige Posten als Inspekteur der Jagdflieger in „General der Jagdflieger“ umbenannt. Der Titel war aber kein echter Generalsrang, sondern nur eine Dienststellung.
Es war auch kein operatives Kommando. Vielmehr war der General der Jagdflieger für Einsatzfähigkeit, Training und Taktik zuständig. Den Job bekam zunächst Werner Mölders.
Mölders war damals das führende Ass. Außerdem hatte er schon nach dem Spanischen Bürgerkrieg viele Schulungen für andere Geschwader gegeben.
Göring verbot Mölders dann sofort weitere Einsätze. Man wollte auf keinen Fall den prominentesten Jagdpiloten in einem Luftkampf über der Sowjetunion verlieren.
Mölders starb jedoch am 22. November 1941 als Passagier bei einem Flugzeugabsturz. Noch am selben Tag wurde nun Adolf Galland zum General der Jagdflieger ernannt.
Wie schon Mölders wollte auch Adolf Galland diesen Posten im Oberkommando ebenfalls nicht. Er sah sich als Kampfpilot und Kommandeur an der Front.
Adolf Galland nahm die neue Position jedoch an. Er begann dann sehr schnell mit der Planung des „Unternehmen Donnerkeil“.
Unternehmen Cerberus & Donnerkeil
1941 hatten sich die Überwasserschiffe der Kriegsmarine noch an den Angriffen auf die Handelsrouten beteiligt. Die Überlegenheit der britischen Home Fleet verhinderte jedoch die Rückreise aus dem Atlantik in heimatliche Gewässer.
Mit dem „Unternehmen Cerberus“ sollten die beiden Schlachtschiffe Gneisenau und Scharnhorst sowie der schwere Kreuzer Prinz Eugen im Ärmelkanal durchbrechen. Adolf Galland organisierte dafür mit dem „Unternehmen Donnerkeil“ den Jagdschutz.
Das Szenario war aus britischer Sicht absehbar. Andernfalls würde man vor allem die Schlachtschiffe beispielsweise in Brest mit Bombern erwischen.
Dennoch konnte die Kriegsmarine zunächst unauffällig einige Minenfelder räumen. Darüber hinaus liefen die deutschen Schiffe am 11. Februar 1942 gegen 22:45 Uhr tatsächlich während eines Luftangriffs im Schutz einer Nebelwand unbeobachtet in Brest aus.
Dem Verband schlossen sich dann noch einige Zerstörer sowie zahlreiche Torpedoboote an. Adolf Galland hatte insgesamt 176 Jäger zur Verfügung.
Er organisierte eine Rotation. Es waren durchweg mindestens 16 Jäger über der Flotte und die wehrten Torpedoflugzeuge ab.
Der „Kanaldurchbruch“ war erfolgreich. Zuletzt versuchte noch die Küstenartillerie von Dover ihr Glück. Die konnten die deutschen Schiffe wegen Nebel im Ärmelkanal jedoch nicht präzise erfassen und landeten keine Treffer.
Dafür dass die deutschen Schlachtschiffe nicht versenkt wurden, erhielt Adolf Galland mit den Brillanten die inzwischen höchste Ordensstufe des Ritterkreuzes. Es war die zweite Verleihung dieser Art.
Galland und die „Reichsverteidigung“
Am 11. September 1941 hatte das Dritte Reich den USA den Krieg erklärt. Für Adolf Galland zeichnete sich deshalb früh ab, dass man die „Jagdwaffe“ auf die Verteidigung des Dritten Reiches vorbereitete musste.
Seine offenen Worte führten jedoch vor allem zu weiteren Konflikten mit Hermann Göring. Dem passte eine Anerkennung der Tatsachen gar nicht.
Vielmehr drohte er Jagdpiloten mit Kriegsgericht und Strafversetzung zur Infanterie an der Ostfront. Das passierte im weiteren Verlauf des Krieges dann auch tatsächlich immer wieder.
Adolf Galland zeigte jedoch selbst einige Qualitäten als Netzwerker. Er baute prominente Piloten auf und stärkte damit die Stimme seiner Waffengattung.
Darüber hinaus nutzte Adolf Galland seinen Draht zu Rüstungsminister Albert Speer. Bei entsprechenden Audienzen platzierte er seine Anliegen auch direkt bei Hitler.
Trotz des schlechten Verhältnisses zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe wurde Adolf Galland am 19. November 1942 zum Generalmajor ernannt. Er war damit im Alter von 30 Jahren der bis dahin jüngste General der Wehrmacht.
Generalsränge der Wehrmacht (Übersicht)
Seine Ambitionen und Hoffnungen waren jedoch deplatziert. Vor allem lag er mit der Annahme daneben, dass sich die entscheidenden Luftkämpfe im mediterranen Raum abspielen würden.
Adolf Galland engagierte sich besonders auf Sizilien nach der dortigen Landung von Alliierten. Die Bilanz war jedoch verheerend. Die Achsenmächte verloren dort 273 deutsche und 113 italienische Flugzeuge. Die Amerikaner und Briten büßten dabei nur etwa 100 Maschinen ein.
Einführung der ersten Düsenjäger
Im April 1943 kam noch eine neue Hoffnung auf. Mit der Messerschmitt Me 262 absolvierte der erste Düsenjäger erfolgreiche Testflüge.
Hitler wollte diesen „Sturmvogel“ vor allem als schnellen Bomber gegen eine längst erwartete Landung der Alliierten in Frankreich einsetzen. Adolf Galland setzte sich unter erfolgreicher Androhung seines Rücktritts für die Verwendung des Düsenjets als Jagdflugzeug ein.
Dabei sollte jedoch gerade die hohe Geschwindigkeit der Jets eine besondere Herausforderung für eine tatsächlich erfolgreiche Abfangjagd sein. Feindliche Bomber waren zu langsam, als dass man sie mit der begrenzten Munition einer Me 262 im Vorbeiflug verlässlich abschießen konnte.
„Es ist, als wenn ein Engel schiebt.“
(Adolf Galland – die Ersten und die Letzten)
Das Tempo von bis zu 870 km/h einer Me 262 beispielsweise gegenüber einer Flying Fortess mit maximal 460 km/h war im Vorbeiflug einfach extrem schnell. Adolf Galland und die deutschen Jagdpiloten entwickelten deshalb eine ganz besondere Taktik:
Sie näherten sich von achtern und etwa 400 bis 500 Metern unterhalb der feindlichen Bomber. Aus diesem Winkel waren die Düsenjäger auch nur sehr schwer zu entdecken.
Sobald sich eine Me 262 bis auf etwa 1,5 Kilometer genähert hatte, zog man steil nach oben. Dadurch sank das Tempo und die Bomber boten mit ihrem Bauch ein breites Ziel.
Idealerweise eröffnete eine Me 262 dann ab einer Distanz von 500 Metern mit einer relativen Geschwindigkeit von etwa 150 km/h das Feuer. Die Bordbewaffnung bestand aus vier MK 108 mit einem massiven Kaliber von 30 mm.
Die „Meuterei der Jagdflieger“
Am 11. April 1944 wurde Adolf Galland zum Generalleutnant befördert. Er bekam inzwischen jedoch massiven Druck von allen Seiten.
Das NS-Regime verlangte illusorische Ergebnisse. Unter den Jagdpiloten formierte sich ebenfalls immer mehr Widerstand.
Nicht nur die militärische Lage, sondern vor allem die ideologisch motivierten Verfahren gegen Jagdpiloten vor Kriegsgerichten sorgten für große Kritik. Adolf Galland wurde intern vorgeworfen, er würde sich nicht genügend für jüngere Kameraden einsetzen.
Im Januar 1945 eskalierten die Spannungen. Es kam zu einem Gespräch von Hermann Göring und Adolf Galland sowie Günther Lützow. Letzterem wurde am Ende die Erschießung angedroht.
Diese „Meuterei der Jagdflieger“ endete mit der Entlassung von Adolf Galland als General der Jagdflieger. Auf Drängen Hitlers versetzte Göring den Generalleutnant jedoch nicht in die Reserve.
Adolf Galland stellte für die letzten Monate des Krieges den Jagdverband 44 auf. Sie sollten mit der Me 262 den Endkampf führen, hatten aber nie mehr als zwölf einsatzfähige Düsenjets.
Bis zum Ende des Krieges kam Adolf Galland auf insgesamt 104 Abschüsse. Zuletzt lag er selbst im Krankenhaus, weil er durch feindlichen Beschuss am Bein verwundet wurde.
Er verbrachte dann zwei Jahren in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Die attestierten ihm später „starke neonazistische Tendenzen“. Ab 1948 half Adolf Galland in Argentinien beim Aufbau deren Luftwaffe.
Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli
„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“
(Augustus – letzte Worte)
Vorzeit
Name | Rolle |
---|---|
Gott | / |
Satan | Dämon |
Metatron | Erzengel |
Azrael | Erzengel |
Michael | Erzengel |
Gabriel | Erzengel |
Raphael | Erzengel |
Uriel | Erzengel |
Raziel | Erzengel |
Luzifer | Dämon |
Samael | Dämon |
Lilith | Dämonin |
Nemesis | Dämonin |
Baphomet | Dämon |
Frühantike
Antike
Spätantike
Frühmittelalter
Name | Rolle |
---|---|
Chlodwig I. | König des Frankenreichs |
Benedikt von Nursia | Priester |
Gregor der Große | Papst |
Abu Bakr | Feldherr |
Karl Martell | Hausmeier / Feldherr |
Pippin III. | König des Frankenreichs |
Karl der Große | Kaiser des Frankenreichs |
Ludwig I. der Fromme | Kaiser des Frankenreichs |
Ludwig II. der Deutsche | König des Ostfrankenreichs |
Karl der Kahle | König des Westfrankenreichs |
Ragnar Lodbrok | König der Wikinger |
Alfred der Große | König von England |
Karl III. der Dicke | Kaiser des Frankenreichs |
Konrad I. | König des Ostfrankenreichs |
Olga von Kiew | Apostelin |
Heinrich I. | König des Ostfrankenreichs |
Otto I. der Große | Kaiser des Ostfrankenreichs |
Otto II. | Kaiser des Ostfrankenreichs |
Harald Blauzahn | König der Wikinger |
Erik der Rote | Entdecker der Wikinger |
Sven Gabelbart | König von England |
Otto III. | Kaiser des Ostfrankenreichs |
Leif Eriksson | Entdecker der Wikinger |
Heinrich II. (HRR) | Kaiser des Heiligen Römischen Reichs |
Knut der Große | König von England |
Konrad II. | Kaiser des Heiligen Römischen Reichs |
Heinrich III. (HRR) | Kaiser des Heiligen Römischen Reichs |
Hochmittelalter
Name | Rolle |
---|---|
Heinrich IV. (HRR) | Kaiser des Heiligen Römischen Reichs |
Harald Hardrade | König der Wikinger |
Wilhelm der Eroberer | König von England |
Gregor VII. | Papst |
Urban II. | Papst |
Anselm von Canterbury | Priester |
Gottfried von Bouillon | Kreuzritter |
Bernhard von Clairvaux | Priester |
Eleonore von Aquitanien | Herzogin |
Heinrich der Löwe | Herzog im Heiligen Römischen Reich |
Friedrich I. Barbarossa | Kaiser des Heiligen Römischen Reichs |
Thomas Becket | Priester |
Sultan Saladin | Feldherr |
Richard Löwenherz | König von England |
Johann Ohneland | König von England |
William Marshal | Ritter |
Friedrich II. der Staufer | Kaiser des Heiligen Römischen Reichs |
Spätmittelalter
Name | Rolle |
---|---|
William Wallace | Aufständischer |
Robert the Bruce | König von Schottland |
Jaques de Molay | Häretiker / Templer |
Schwarze Prinz | Feldherr |
Frühe Neuzeit
19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Name | Rolle |
---|---|
Theodore Roosevelt | US-Präsident |
Leo Trotzki | Politischer Philosoph |
Woodrow Wilson | US-Präsident |
Manfred von Richthofen | Offizier |
Lawrence von Arabien | Agent |
Lenin | Diktator / Sowjetunion |
Josef Stalin | Diktator / Sowjetunion |
Mussolini | Diktator / Italien |
Adolf Hitler | Diktator / Deutschland |
Simo Häyhä | Offizier |
Erich von Manstein | Offizier |
Erwin Rommel | Offizier |
Georgi Schukow | Offizier |
Mao Zedong | Diktator / Militärtheoretiker |
Konrad Adenauer | Deutscher Bundeskanzler |
Nikita Chruschtschow | Diktator / Sowjetunion |
Vo Nguyen Giap | Offizier |
Ludwig Erhard | Deutscher Bundeskanzler |
Leonid Breschnew | Diktator / Sowjetunion |
Carlos Marighella | Aufständischer / Militärtheoretiker |
Kurt Georg Kiesinger | Deutscher Bundeskanzler |
Willy Brandt | Deutscher Bundeskanzler |
Helmut Schmidt | Deutscher Bundeskanzler |
Juri Andropow | Diktator / Sowjetunion |
Helmut Kohl | Deutscher Bundeskanzler |
Michail Gorbatschow | Diktator / Sowjetunion |
Sonstiges: Blog-Beiträge
Name | Epoche |
---|---|
Steinschleuder | Frühantike |
Primitivbogen | Frühantike |
Griechische Phalanx | Frühantike |
Makedonische Phalanx | Frühantike |
Römische Ritter | Frühantike |
Römische Legionäre | Frühantike |
Römische Formationen | Frühantike |
Pyrrhussiege | Frühantike |
Keltische Krieger | Frühantike |
Germanische Krieger | Frühantike |
Divide et Impera | Frühantike |
Prätorianer | Antike |
Römischer Limes | Antike |
Hunnen | Spätantike |
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Wikingerschiffe | Frühmittelalter |
Sonstige: Drittes Reich
Name | Zuordnung |
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Wilhelm Keitel | Wehrmacht / OKW |
Gerd von Rundstedt | Wehrmacht / Heeresgruppe |
Fedor von Bock | Wehrmacht / Heeresgruppe |
Walter Model | Wehrmacht / Heeresgruppe |
Heinz Guderian | Wehrmacht / Panzer |
Hermann Hoth | Wehrmacht / Panzer |
Otto Carius | Wehrmacht / Panzer |
Karl Dönitz | Wehrmacht / U-Boot |
Günther Prien | Wehrmacht / U-Boot |
Otto Kretschmer | Wehrmacht / U-Boot |
Joachim Schepke | Wehrmacht / U-Boot |
Werner Mölders | Wehrmacht / Jagdflieger |
Adolf Galland | Wehrmacht / Jagdflieger |
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Paul Hausser | Waffen-SS |
Sepp Dietrich | Waffen-SS |
Theodor Eicke | Waffen-SS |
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Hermann Fegelein | Waffen-SS |
Joachim Peiper | Waffen-SS |
Michael Wittmann | Waffen-SS |